Devisen

Devisen bezeichnen Vermögenswerte, welche in Fremdwährungen gehalten werden. Auf dem Devisenmarkt werden die verschiedenen existierenden Währungen gehandelt, wobei jeweils paarweise Wechselkurse existieren. Mit einem täglichen Handelsvolumen von fast zwei Billionen Dollar ist der globale Markt für Devisen der wichtigste Finanzmarkt überhaupt. Ein fester Handelsplatz existiert dabei nicht, vielmehr bildet der internationale Verbund der Banken einen riesigen, globalen Währungsmarkt. Devisen erfüllen dabei teils sehr verschiedene Zwecke, die entsprechend unterschiedlich motivierte Akteure in den Markt ziehen.
Zum einen sind Fremdwährungen ein Objekt für Spekulationen und dienen somit als Investition. Mit diesem Motiv agieren vor allem spezialisierte, renditeorientierte Finanzinvestoren. Für Kleinanleger, die kaum Zugang zum Devisenmarkt haben, sowie für institutionelle Anleger, die eine Sicherheitsstrategie verfolgen, sind die komplexen und sehr volatilen Devisenmärkte uninteressant.
Anlagen in Fremdwährungen haben jedoch durchaus eine Funktion als Versicherungsinstrument. So können sich Unternehmen, die Waren im Ausland verkaufen, gegen Wechselkursrisiken absichern. Fällt beispielsweise der Wert des Dollars gegenüber dem Euro, so verteuern sich europäische Waren gegenüber amerikanischen Waren, was zu Gewinneinbußen für europäische Hersteller führen kann. Gegen solche Verluste können sich Unternehmen absichern, indem sie beispielsweise Verkaufsoptionen auf Dollarwerte erwerben, deren Wert mit einem fallenden Dollarkurs zunimmt.
Die dritte wichtige Gruppe von Akteuren auf dem weltweiten Markt für Devisen sind die Zentralbanken, welche regelmäßig direkt oder indirekt in den Markt eingreifen. Direkte Markteingriffe erfolgen in Form von Devisenkäufen, wodurch eine relativ schwache Währung gestützt werden kann. So könnten Zentralbanken massiv Dollarwerte aufkaufen, um deren Angebot künstlich zu verknappen, und so deren Preis – respektive Wechselkurs steigern. Über Zinsänderungen, welche die vorhandene Geldmenge beeinflussen, aber auch durch bloße Absichtserklärungen – soweit diese glaubwürdig sind, wirken die Zentralbanken ebenfalls auf die Kurse für Devisen ein.
Es sind gerade solche Interventionen die, nicht immer rein ökonomisch – sondern gleichfalls politisch motiviert und oft schwer vorhersehbar – die eine Investition in Devisen zu einer hochkomplexen, risikobehafteten Anlageform macht.

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